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Urkunde zur Grundsteinlegung 1962

In gefahrenvollen, schweren und ungewissen Zeiten, in denen viele Menschen auf der ganzen Welt durch Kriege, Streit und Unruhen bedrängt wurden, viele Menschen durch Schrecken und Zukunftsängste beunruhigt und gequält wurden, in denen unser Vaterland in zwei Teile zerrissen war, von denen der eine in Freiheit lebte, der andere aber durch das Joch grausamer und unmenschlicher Sklaverei unterdrückt wurde, in Zeiten aber auch, die wegen bestaunens- und bewundernswerter Erfindungen des menschlichen Geistes auf dem Gebiet der Wissenschaft und Technik wohl zu allen Zeiten gerühmt werden, sind die Fundamente dieses neuen GYMNASIUM REMIGIANUM gesetzt worden.

Dieser Neubau wurde notwendig, weil das Gebäude, in dem bisher die Schüler dieser Schule unterricht und ausgebildet wurden, aus vielen Gründen nicht mehr ausreichte. Er erfolgte am 13. Oktober 1962.

In diesem Jahr waren

Bundespräsident: Dr. Heinrich Lübke
Bundeskanzler: Dr. Konrad Adenauer
Ministerpräsident des Landes NRW: Dr. Franz Meyers
Kultusminister des Landes NRW: Prof. Dr. Paul Mikat
Regierungspräsident des Reg.-Bez. Münster: Dr. Josef Schneeberger
Landrat des Kreises Borken: Wilhelm Böggering
Oberkreisdirektor des Kreises Borken: Alfons Lengert
Bürgermeister der Stadt Borken: Dr. Gustav Nitz
Stadtdirektor der Stadt Borken: Werner Gillen
Direktor des Gymnasium Remigianum: Josef Sonnenschein
Vorsitzender der Schulpflegschaft: Johannes Eversmann
Die Architekten waren: Karl-Heinz Funke, Ernst-Werner Brilo, Dorsten

Aus Anlass der Grundsteinlegung erklären der Direktor und die Lehrer des Gymnasium Remigianum in völliger Übereinstimmung mit dem Rat und mit der Verwaltung der Stadt Borken folgende Grundsätze für wichtig und unverzichtbar: "Wir glauben, dass es unsere Pflicht und Aufgabe ist, den Schülern nicht nur den bestmöglichen fachlichen Unterricht zu erteilen, sondern sie auch dahin zu erziehen, dass sie zu wahrem Menschentum, zur Humanität, hingeführt werden. Dies heißt, dass der Mensch wahrhaft Mensch wird. Über diese Humanität sagt Gellius, ein römischer Geschichtsschreiber des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts: "Humanitas haben sie das genannt, was die Griechen ‚paideia' nennen; wir verstehen darunter Erziehung und Unterweisung in den Künsten und Wissenschaften." Die Schüler sollen erkennen und spüren, dass auch in unseren Zeiten, in denen ein recht großer Teil der Menschen nur nach Reichtum und Wohlergehen strebt und sich dem eigenen Ich hingibt, Weisheit, Bildung und Wissen höher eingeschätzt werden sollen als Wohlstand und andere äußere Dinge, und dass der wahrhaft weise Mensch all seinen Besitz und Reichtum mit sich, in sich trägt. Wir sind indes vollständig überzeugt, dass Humanität und wissenschaftliche Kenntnisse allein nicht ausreichen, wenn nicht der christliche Glaube dazukommt, weil wir sicher wissen, dass dort, wo Gott verehrt und angebetet wird, Frieden und Liebe unter den Menschen gedeihen, dass aber dort, wo Gott missachtet und verleugnet wird, Zwietracht und Hass regieren. Der Name des heiligen Remigius, nach dem unser Gymnasium genannt worden ist, verpflichtet uns dazu, unsere Schüler in diesem Geist zu erziehen. Darüber hinaus halten wir als Erziehungsgrundsätze wichtig: Unsere Schüler sollen gute, mündige Staatsbürger werden; sie sollen ihr Vaterland lieben, niemals ihre Pflichten ihm gegenüber vernachlässigen; sie sollen bereit sein, die Freiheit - kein anderes Gut kann größer sein - und das Vaterland zu verteidigen; sie sollen sich immer bewusst sein, dass es in allen Bereichen des menschlichen Lebens und der Gemeinschaft der Menschen nichts Wertvolleres und Herausragenderes gibt als das Engagement für das Gemeinwesen, für den Staat, als sich um das Vaterland verdient zu machen. Sie sollen sich aber, wenn sie auch ihr eigenes Vaterland lieben und hoch halten, davor hüten, andere Völker zu hassen oder gering zu schätzen. Es wird daher besonders Aufgabe der jungen Generation Deutschlands sein, nach besten Kräften dafür zu sorgen, dass alle Völker, besonders in Europa, gemeinsam und miteinander sich durch ein enges Band der Einheit zusammenschließen und in Freiheit leben können. Wir haben daher mit großer Freude gesehen, dass der Präsident der Republik Frankreich, Herr Charles de Gaulle, im September dieses Jahres unser Land besucht und auf diese Weise viel dazu beigetragen hat, dass die Feindschaft zwischen zwei überaus mächtigen Staaten in Europa ausgelöscht und die Freundschaft zwischen beiden Völkern gefestigt würden.

Es mag an dieser Stelle gestattet sein, einige Gedanken Ciceros, die sich auf den Staat und auf die Pflichten des Bürgers ihm gegenüber beziehen und die wirklich "goldene Worte" genannt werden können, hinzuzufügen: "Das Vaterland gehört allen gemeinsam und ist zudem Existenzgrundlage von uns allen... Der Weise sieht es als seine Aufgabe an, dass jegliche Gefährdung für den Staat vermieden wird; der Weise weiß von sich: Ich bin nicht allein für mich auf der Welt, sondern vielmehr und besonders für mein Gemeinwesen; der engagierte Staatsbürger kümmert sich genauso darum, wie der Zustand des Staates nach seinem Tod sein wird, wie zu seinen eigenen Lebzeiten; Staatsbürger ist, wer sein Vaterland liebt und allen anderen nur das Beste, Gesundheit und Wohlergehen wünscht; das Vaterland hat uns nämlich dazu ins Leben gerufen und ausgebildet, dass es von uns gewissermaßen Gegenleistungen erwarten darf; ebenso sieht es sich nicht dazu verpflichtet, uns einen geschützten Freiraum für unsere Muße, Erbauung und Erholung zu gewährleisten, vielmehr fordert es die besten, größten und hervorragendsten Fähigkeiten und Leistungen unseres Verstandes, unseres Geistes, unserer Begabung, unserer Planungs- und Entscheidungskompetenz selbst für sich zurück. Es überlässt uns dann nur das zu unserem eigenen Nutzen und Vorteil, was es selbst nicht benötigt."

Das GYMNASIUM REMIGIANUM - es lebe hoch, es wachse, blühe und gedeihe!

Wir wünschen uns, dass unsere Schule, die zu den ältesten nicht nur in Westfalen, sondern auch in ganz Deutschland zählt, und die aus einer Schule hervorgegangen ist, die "Lateinschule" genannt wird, und im Jahr 1953 ihr 500-jähriges Bestehen feiern konnte, ebenso wie in früheren Zeiten eine Ausbildungsstätte im treuen, christlichen Glauben, für gute Sitten sowie ein Lehrstuhl echter und vielfältiger Wissenschaftlichkeit und sozialer Kompetenzen ist, wodurch die Schüler in die Lage versetzt werden, im Beruf der Gemeinschaft nützliche Aufgaben wahrzunehmen.

Das möge der Herrgott so lenken!

Borken, Westfalen, 13. Oktober 1962
(Rück-Übersetzung aus dem Neulateinischen: Hans-Christoph Feierabend)

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