Medienpädagogisches Konzept

Die Medienerziehung der Schule soll zum Ziel haben, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung reflektiert wahrzunehmen. Die intensive Mediennutzung (Smartphone, Laptop, Computer, Tablets, E-Book Readers etc.; vgl. JIM – Studie -Jugend, Information Multi-Media vom medienpädagogischen Forschungsverband Südwest von 2017) macht Schülerinnen und Schüler nicht automatisch zu kompetenten Nutzern. Allerdings wachsen unsere Schülerinnen und Schüler in einer Welt auf, die auch im Arbeitsleben geprägt ist von der Nutzung digitaler Medien. Damit sind Kenntnisse im Umgang mit digitalen Medien in einer digitalisierten Welt eine wichtige Voraussetzung für die Teilhabe an gesellschaftlichen Bedingungen. Das Individuum muss in dieser Welt aber nicht nur über entsprechende Kenntnisse verfügen, sondern auch über einen reflektierten Horizont der Wahrnehmung von Verantwortung im Umgang mit digitalen Medien. Werteorientierung wird damit besonders in einer digitalen Welt zu einem zentralen Anliegen von Erziehung. Hier übernimmt die Schule bei der Vermittlung digitaler Bildung eine besonders verantwortungsvolle Aufgabe.

Das heißt im Einzelnen:

  • Die Schülerinnen und Schüler sollen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung als Datenschutzgrundrecht einfordern und selbst aktiv wahrnehmen.
  • Die Schülerinnen und Schüler sollen die Chance zur politischen Meinungsbildung in einer Demokratie nutzen.
  • Wissenserwerb und Wissensvermittlung sollen so gestaltet werden, dass verlässliche Quellen erkannt und genutzt werden.
  • Das Sozialcurriculum der Schule soll um Standards der sozialen Interaktion in der virtuellen Welt erweitert werden. Hier soll insbesondere der Respekt vor den Persönlichkeitsrechten des Gegenübers im Mittelpunkt stehen.
  • Medienscouts unterstützen die Auseinandersetzung mit allen medialen Fragen. Sie werden regelmäßig ausgebildet und agieren selbst als Multiplikatoren.
  • Ein verantwortungsvoller und kompetenter Umgang mit Medien ist Aufgabe aller Fächer und Teil der Erziehungsarbeit aller Lehrerinnen und Lehrer. Die Präventionsarbeit der Schule soll dabei, wie seit einigen Jahren bereits geschehen, durch das Social Network Training (Verein Ensible) durch regelmäßige Workshops fortgesetzt und weiterhin unterstützt werden, in denen sowohl der Nutzen als auch die Gefahren und Herausforderungen sozialer Netzwerke und digitaler Kommunikationswege beleuchtet werden.
  • In Elternveranstaltungen sollen auch die Eltern entsprechend informiert werden und in den Prozess der kritischen Bewertung medialer Herausforderungen einbezogen werden.
  • Eine Hausordnung speziell für den Umgang mit Handys in der Schule ist für die Klassen ab Klasse 8 bereits aktualisiert worden; für die unteren Klassen wird ein Prozess in Gang gesetzt, der Partizipation und Reflektion des eigenen Nutzungsverhaltens initiiert, so dass gemeinsam mit den SuS ein Leitfaden entwickelt werden kann.

Ein Medienkonzept sollte Aussagen und Vereinbarungen zur Unterrichtsentwicklung, Personalentwicklung, Organisationsentwicklung und Technologieentwicklung beinhalten

1. Unterrichtsbezogene Entwicklungsziele

Unterrichtsentwicklung (z. B. in Bezug auf Individualisierung von Lernprozessen, Selbstgesteuertes Lernen oder kognitive Aktivierung).

  • Die Erfüllung der neuen Kernlehrpläne, die ab Sommer 2019 in Kraft treten, ist ohne einen Ausbau der digitalen Möglichkeiten erheblich in Frage gestellt.
  • Die Individualisierung des Lernens wird durch die Nutzung digitaler Hilfesysteme unterstützt. So können etwa Erklärvideos im eigenen Tempo abgespielt und wiederholt angeschaut werden.
  • Feedback von Lehrer*innen an Schüler*innen und umgekehrt wird deutlich erleichtert; individuelle Rückmeldungen über eine erreichte Leistung können integriert in der Aufgabenbearbeitung jederzeit erfolgen. Selbstgesteuertes Lernen wird durch digital abrufbare Aufgabenlösungen mit individueller Rückmeldung gefördert.
  • In allen Klassenstufen wird die informatorische Grundbildung – insbesondere der Umgang mit Office-Programmen - weiter ausgebaut.
  • Simulationsprogramme ermöglichen die virtuelle Durchführung von Experimenten in den MINT-Fächern, die im Klassenraum schwer realisierbar sind.
  • Serielle Messwerterfassung in den naturwissenschaftlichen Fächern wird digital bereitgestellt.
  • Durch den Vergleich von Informationsquellen (digital und analog) wird eine kritische Einschätzung der dargebotenen Informationen gefördert.
  • Möglichkeiten der Visualisierung durch die Verwendung entsprechender Software.
  • Durch digitales Lernen kann die Welt in den Klassenraum geholt werden und in besonderer Weise an die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler angeknüpft werden.
  • Im Schuljahr 19/20 soll ein Profilangebot für die Klasse 5 angeboten werden, der den Umgang mit digitalen Medien und Tools vermittelt.ukunftsorientiert: bei Vorliegen technischer und finanzieller Voraussetzungen wird die VR-Technik genutzt, um die Anschaulichkeit des Lernens zu fördern.
  • Die Teilkompetenzen des Medienkompetenzrahmens NRW werden in den schulinternen Lehrplänen abgebildet (s. Anhang). Leitfächer übernehmen hierbei die verlässliche Vermittlung der jeweiligen Teilkompetenzen.

2. Technologieentwicklung

(Stand und Ausbau der IT-Ausstattung, Vereinbarungen zu Softwareausstattungen)
Breitbandanschluss

  • Strukturierte Verkabelung inklusive elektrischer Steckdosen (Ladeinfrastruktur)
  • WLAN-Infrastruktur

Lernförderliche IT-Ausstattung

  • PCs in den Klassenräumen (auch im Selbstlernzentrum) und der Fortbestand der Computerräume insbesondere für die Informatikkurse in der Differenzierung ab Klasse 9 und Grund- und Leistungskursen in der Oberstufe ist unabdingbar notwendig. Im Schuljahr 20/21 soll mit der Einführung von Pilotklassen für I-Pads begonnen werden. Angestrebt ist auf Dauer eine Ausstattung für alle SuS mit I-Pads. Für die Tablets ist ein Leihsystem/Mietkauf angestrebt. Als Ergänzung zur Ausstattung soll BYOD möglich sein.
  • Die Tablets sollten auch mit dem Blick auf die Oberstufe so angelegt sein, dass der Kauf der grafikfähigen Taschenrechner damit obsolet wird.
  • Großformatige Bildschirme für die U-Räume als Präsentationsmöglichkeiten von Arbeitsergebnissen sollen bei der Renovierung des Traktes eingerichtet werden.
  • Anzahl der Drucker soll minimiert werden; die Drucker in den Biologie- und Physikräumen sollen wegen der entstehenden Kosten nicht ans Netzwerk gehen.
  • Für eine Ladeinfrastruktur (s.o.) muss gesorgt sein.
  • Eine Softwarenutzung muss im Vorfeld der Anschaffung auf grundlegende technische Anforderungen geprüft werden. In naher Zukunft ist verstärkt mit dem Angebot digitaler Schulbücher zu rechnen. Die Nutzung digitaler Schulbücher wird angestrebt.
  • Filterlösungen (unbedingt inhaltsbasiert filtern, z. B. nach Schlüsselwörtern) müssen bedacht und eingesetzt werden.
  • Zukunftsorientiert: Für die Verwendung einer Schulcloud sollten vom Schulträger die notwendigen technischen Voraussetzungen geschaffen werden.

 

3. Personalentwicklung

  • Ein Ausbau der Qualifizierung von Lehrkräften findet durch eine Priorisierung von Fortbildungsveranstaltungen zum Thema „Digitalisierung“ statt.
  • Nach Möglichkeit wird in jeder Lehrerkonferenz der Tagesordnungspunkt „Digitale Ecke“ aufgenommen, um kontinuierliche innerkollegiale Fortbildung zu gewährleisten und Einführungen in vorhandene IT-Ausstattungen und ggf. neue Ausstattung und Software zu bieten.
  • Neue Kolleginnen und Kollegen werden systematisch durch die Koordinatorin für Fortbildung mit der Nutzung der vorhandenen Medien und dem entsprechenden Medienkonzept vertraut gemacht. Sie wird dabei durch Herrn Plitt (Wartung der Smartboards und Integration der digitalen Medien in den Unterricht) und Herrn Böhmer (Weiterentwicklung und Durchführung eines Medienkonzepts) unterstützt.
  • Als Medienkoordinatorin wird Frau Mersch eingesetzt, da die Ermittlung von Fortbildungsbedarf, Fortbildungsplanung und Qualifizierung der Lehrkräfte in besonderer Weise in das Aufgabenfeld der Koordinatorin für Fortbildung fällt.

 

3. Organisations- und Kooperationsentwicklung

Die Gesamtkoordination und die Evaluation der Arbeitsprozesse im Hinblick auf die vereinbarten Entwicklungsziele übernimmt im Sinne einer Steuergruppe die erweiterte Schulleitung. Die Entwicklung des Medienkonzepts wird dabei als ein dynamischer Prozess verstanden, der immer wieder entsprechende Anpassung an unterrichtliche Anforderungen, technische Voraussetzungen und vorhandener Ausstattung verlangt.

Die Fachkonferenzen evaluieren den Beitrag ihres Faches in Bezug auf die Teilkompetenzen des Medienpasses NRW und bezogen auf die jeweils bereitgestellte Technologie und Softwarelösungen.
Das jeweilige Medienkonzept soll nach drei und fünf Jahren (Schuljahr 21/22 und 23/24) evaluiert und ggf. auch flexibel notwendigen Änderungen in einem ständigen Anpassungsprozess weiterentwickelt werden).

In regelmäßigen jährlichen Abstimmungsgesprächen mit dem Schulträger sollen Desiderata der Medienentwicklung am Gymnasium Remigianum thematisiert werden.

(Nf, laut Beschluss der Schulkonferenz vom 03.06.2019)

MINT-EC, Verein mathematisch-naturwissenschaftlicher Schulen in Deutschland

Partner des Gymnasium Remigianum

 

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